28. Retail Symposium 2026
Vergangene Woche fand das 28. Retail Symposium von RegioPlan Consulting in Wien statt und brachte erneut führende Vertreter:innen aus Handel, Immobilien, Investment und Beratung zusammen. Im Fokus standen konkrete Strategien für eine Branche, die sich aktuell tiefgreifend verändert – technologisch, strukturell und im Konsumentenverhalten.
KI verändert den Handel – aber ersetzt ihn nicht
Ein zentrales Thema des diesjährigen Symposiums war der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Handel. KI wird Prozesse, Entscheidungsfindung und Einkauf zunehmend prägen – insbesondere im Sinne von Agentic Commerce, bei dem Systeme Kaufentscheidungen vorbereiten oder teilweise übernehmen.
Gleichzeitig bleibt der stationäre Handel relevant. Seine Rolle verschiebt sich jedoch deutlich: vom reinen Transaktionsort hin zu einem Ort für Erlebnis, Interaktion und Markeninszenierung.
Oder anders formuliert: Effizienz wird digital – Emotion bleibt physisch.
Transformation statt reiner Expansion
Aus RegioPlan-Perspektive wurde besonders deutlich: Die Zukunft des Handels liegt nicht nur in neuen Flächen, sondern vor allem in der intelligenten Transformation bestehender Standorte. RegioPlan-CEO Romina Jenei zeigte im Investment-Dialog „Investieren in Transformation: Von Leerstand zu Rendite“, dass rückläufige Verkaufsflächen und veränderte Konsumausgaben neue Nutzungskonzepte erforderlich machen.
Ein zentraler Gedanke dabei: Eine Immobilie kann nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn die Nutzung tatsächlich nachgefragt wird. Deshalb rücken Konzepte wie Nahversorgung, Gesundheit, Dienstleistungen, Gastronomie, Büro, Wohnen und flexible Nutzungen stärker in den Fokus.
Neue Anforderungen an Standorte und Assets
Auch aus Investorensicht wurde klar: Retail bleibt eine resiliente und attraktive Assetklasse, verändert sich jedoch in ihrer Ausgestaltung.
Erfolgsfaktoren sind zunehmend Qualität, Erlebnisorientierung, ein strategisch durchdachter Tenant-Mix und Infrastruktur, die Frequenz sowie Aufenthaltsdauer erhöht.
Ein Beispiel dafür ist die Integration neuer Nutzungselemente wie Ladeinfrastruktur. Diese kann Standorte attraktiver machen, zusätzliche Frequenz erzeugen, Verweildauer verlängern und zugleich ESG- sowie Kundenbindungsziele unterstützen.
Daten als Grundlage für Entscheidungen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf datengetriebenen Analysen. Ob Mobilitätsdaten, Konsumverhalten oder Standortfrequenzen – die Fähigkeit, komplexe Daten richtig zu interpretieren, wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Genau hier liegt auch die Stärke von RegioPlan: Daten werden nicht isoliert betrachtet, sondern in konkrete Standort- und Nutzungsperspektiven übersetzt. Technologie liefert die Daten – entscheidend bleibt die richtige Einordnung durch Marktexpertise.
Konsumentenverhalten: komplexer als erwartet
Ein zentrales Learning aus den Vorträgen: Konsument:innen verhalten sich häufig nicht linear oder vorhersehbar. Gerade diese scheinbaren Widersprüche bieten enormes Potenzial – vorausgesetzt, Unternehmen verstehen die dahinterliegenden Motive.
Die Kombination aus Data Science und Konsumentenpsychologie wurde dabei als Schlüssel für echte Customer Centricity hervorgehoben.
Expansion und Nutzungskonzepte im Wandel
Auch die Themen Expansion und Flächennutzung wurden intensiv diskutiert. Die zentrale Erkenntnis: Erfolgreiches Wachstum im Handel braucht beides – Mut und Methode.
Gleichzeitig gewinnen Nutzungskonzepte an Bedeutung, die mehrere Lebensbereiche verbinden, Frequenz erzeugen und Risiken streuen. Genau diese Verbindung aus Marktanalyse, Standortverständnis und Nutzungsstrategie prägt den RegioPlan-Ansatz.
Der Handel verschwindet nicht – er entwickelt sich weiter
Das Retail Symposium 2026 hat deutlich gemacht: Die Branche steht nicht vor einem Kollaps, sondern vor einer tiefgreifenden Evolution.
Die Zukunft des Handels entsteht im Zusammenspiel aus menschlichen Bedürfnissen, datengetriebenen Entscheidungen, technologischer Unterstützung durch KI und intelligenten Standortkonzepten.
Entscheidend ist, aktuelle Trends nicht nur zu beobachten, sondern sie in konkrete Strategien für Handelsstandorte, Immobilien und Investitionen zu übersetzen.
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