Im Rahmen der gemeinsamen Partnerschaft mit dem Handelsverband war Romina Jenei, CEO von RegioPlan Consulting, bei der Pressekonferenz zur aktuellen Studie „Der große Wandel. So shoppt Österreich 2026“ vertreten. Gemeinsam mit dem Handelsverband wurden dabei aktuelle Entwicklungen im österreichischen Handel, Veränderungen im Konsumverhalten sowie neue Anforderungen an Handelsstandorte und Flächenkonzepte vorgestellt. Die präsentierten Zahlen zeigen deutlich, wie stark sich der Markt derzeit verändert.
Konsum bleibt zurückhaltend, Prioritäten verschieben sich
Der österreichische Handel steht weiterhin unter spürbarem Druck. Zwar bleibt der Einzelhandel ein zentraler Bestandteil des privaten Konsums, gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass Konsument:innen deutlich bewusster und selektiver einkaufen. Laut der aktuellen Analyse „Der große Wandel. So shoppt Österreich 2026“ berichten 91 Prozent der befragten Händler von einem gestiegenen Preisbewusstsein, 71 Prozent beobachten zudem kleinere Warenkörbe. Parallel dazu rechnen nur 37 Prozent der Unternehmen im laufenden Jahr mit einem Gewinn.
Besonders deutlich wird dabei ein struktureller Wandel im Konsumverhalten: Ausgaben verschieben sich zunehmend weg vom klassischen Produktkauf hin zu Bereichen wie Erlebnis, Gesundheit, Wohlbefinden, Selbstoptimierung und Haustieren. RegioPlan beschreibt diese Entwicklung als Bewegung vom „Haben“ zum „Sein“. Gleichzeitig wächst der Onlinehandel weiter und erreicht inzwischen einen Anteil von mehr als 16 Prozent an den Einzelhandelsausgaben.
Kaufkraft steigt nominell – der Druck auf Handelsstandorte bleibt dennoch hoch
Auch die Kaufkraftdaten zeigen ein differenziertes Bild. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Österreich lag 2025 bei rund 86 Milliarden Euro brutto. Pro Kopf standen durchschnittlich 24.819 Euro für Konsumausgaben zur Verfügung, davon rund 9.360 Euro für den Einzelhandel. Trotz nomineller Zuwächse blieb die Entwicklung jedoch unter der Inflationsrate, was die zurückhaltende Konsumstimmung zusätzlich erklärt.
Für Handelsstandorte bedeutet das: Frequenz allein reicht nicht mehr aus. Entscheidend sind zunehmend die Qualität der Nachfrage, die Passung zwischen Standort und Nutzung sowie die Fähigkeit, auf neue Konsummuster strategisch zu reagieren. Regionale Unterschiede in der Kaufkraft bleiben dabei ein wesentlicher Faktor für die Bewertung von Standorten und Marktpotenzialen.
Weniger Fläche, mehr Strategie
Parallel zum veränderten Konsumverhalten verändert sich auch die Handelslandschaft selbst. Der gemeinsam veröffentlichte Handelsflächen-Report 2026 zeigt, dass die Verkaufsflächen im österreichischen Handel 2025 um rund 3 Prozent zurückgegangen sind. Leerstände steigen insbesondere in Nebenlagen, während sich Top-Lagen robuster zeigen. Umnutzung, effizientere Flächenkonzepte und eine präzisere strategische Planung gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.
Für RegioPlan bestätigt diese Entwicklung, wie wichtig eine datenbasierte Betrachtung von Handel, Standort und Nutzung geworden ist. Zukunftsfähige Konzepte entstehen dort, wo Marktveränderungen früh erkannt, Konsummuster richtig interpretiert und räumliche Potenziale realistisch bewertet werden. Die aktuellen Zahlen machen deutlich: Der Handel wandelt sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell – und genau darin liegt die zentrale Aufgabe für Standortentwicklung, Flächenstrategie und langfristig erfolgreiche Handelskonzepte.
Weiterführende Informationen zur Kaufkraft finden Sie in der aktuellen RegioData-Presseaussendung zur Kaufkraft.
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