Jahresausblick Immobilien 2021

RegioPlan Consulting
veröffentlicht: 17. Dezember 2020

Jahresausblick Immobilien 2021

Jahresausblick Immobilien 2021

Erneut hat sich, trotz diesjähriger erschwerter Umstände, eines klar gezeigt: 

Die Asset-Klasse „Wohnen“ garantiert weiterhin Beständigkeit. Das Wohnbedürfnis der Bevölkerung scheint mehr denn je an Bedeutung gewonnen zu haben. Doch nicht nur das; der Wohnraum scheint sich in seiner Nutzung förmlich erweitert zu haben. Die durch Covid-19 verstärkte Notwendigkeit Arbeitsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden einzurichten, bedarf auch ausreichender Rückzugsmöglichkeiten und verstärkt technischer Infrastruktur. Der bereits im letzten Jahr verstärkte Trend der Digitalisierung hat durch die Pandemie eine Geschwindigkeit und eine Intensität erreicht, die im 1. Lockdown kaum zu bewältigen war.

Der 2. Lockdown hat gezeigt; dass der Mensch anpassungsfähig ist. Immobilien zeigen zum derzeitigen Stand jedoch nur wenig Flexibilität und Adaptierungsfähigkeit. Diese „Immobilität“ wird jedoch, so der digitale Büroalltag tatsächlich und nachhaltig „en vogue“ wird, auf Markttauglichkeit zu hinterfragen sein. 

Die zentrale Frage, die uns im neuen Jahr weiterhin beschäftigen wird, ist, ob der „Home-Office-Alltag“ verstärkt Einfluss auf die Arbeitswelt nimmt oder ob es sich hier um einen vorübergehenden Trend handelt. So diese Entwicklung anhält, werden die Entscheidungsträger vor der Herausforderung stehen, den abgeänderten Wohn- und Arbeitsbedürfnissen der Bevölkerung in ihren Marktangeboten nachzukommen. Die Finanzierung von Wohnprojekten und -räumen scheint weiterhin interessant, da mittel- bis langfristig von einer stabilen Niedrigzinslage auszugehen ist. Zu beachten ist jedoch, dass die Finanzierungsvergaben zukünftig wohl verschärft bzw. unter strengeren Auflagen und Restriktionen vergeben werden.

 

Logistik

 

 

Von der Asset-Klasse „Wohnen“ zur Logistik: Dieser Bereich scheint weiter an Bedeutung gewonnen zu haben, u.a. aufgrund der Aufstockung von Lagerkapazitäten. Auch hier wird marktseitig zu beobachten sein, ob dieser Trend über das Jahr 2020 hinweg anhält bzw. ob die Renditen mittelfristig steigen.

 

Einzelhandel, Büro und Hotel

 
Massiv gelitten haben hingegen die Asset-Klassen „Einzelhandel, Büro und Hotel“, die nunmehr vor den größten Herausforderungen im kommenden Jahr stehen. Im Bereich des Einzelhandels sind, aufgrund zu erwartender Verkaufsflächenverringerungen bzw. des steigenden Online-Konsumverhaltens, wohl sinkende Preise zu erwarten. Der Büromarkt hingegen steht vor der relevanten Fragestellung, ob sich der Arbeitsalltag, wie wir in bis dato kannten, weiterhin bestehen bleibt. Ob Büroflächen zukünftig aufgrund neuer Arbeitszeitmodelle bzw. digitalisierter Arbeitslösungen weniger genutzt bzw. nachgefragt werden, bleibt zur offenen Diskussion. 

In jedem Fall ist, so erhöhte Leerstände bei laufenden Fixkosten Realität werden, von einem Preisabfall in dieser Asset-Klasse auszugehen. So jedoch keine neuen Büroflächen hinzukommen, könnten auf der anderen Seite der Medaille und abhängig von der jeweiligen Lage gesteigerte Rendite erwartet werden. Das genannte Risiko eines möglichen Preisabfalls betrifft ebenso die Hotellerie sowie in weiterer Folge „Serviced Apartments“, die zwecks lukrativer kurzfristiger Vermietung an Geschäftsreisende in den letzten Jahren interessant erschienen.

Ob die Chance bzw. Möglichkeit von gezielten Umwidmungen derzeitig leerstehender oder zukünftig weniger genutzter Büroflächen bzw. gewerblicher Objekten in einem gewissen Ausmaß begehrt bzw. auch umgesetzt werden kann, wird das kommende Jahr zeigen. Eine nicht zu unterschätzende Kraft liegt in jedem Fall in der Umwidmungsthematik, insbesondere dann, wenn leistbare Wohnräume geschaffen werden, die dem Bedürfnis der, teilweise durch Covid-19 wirtschaftlich geschwächten, Bevölkerung entgegenkommen. 

 

Ausblick 2021

 

Wenn wir ins neue Jahr blicken wird sich die Lage wohl nicht allzu schnell wirtschaftlich entspannen. Die Chance liegt in der Flexibilität, der temporären Nutzung und auch der verstärkten Etablierung von intelligent genutzten Wohn- und Arbeitsarealen, die bewohnerseitig auf die Bedürfnisse zugeschnitten, serviciert und in ihrer technischen Infrastruktur bestens ausgerüstet sind.

Investorenseitig könnten durchdacht kombinierte Asset-Klassen Standorte zum Erfolgsfaktor machen und Renditen sowie geringe Auslastungsquoten bedeuten.

Über das heurige Jahr und den Herausforderungen, die durch Covid-19 verstärkt bzw. forciert wurden, steht die Immobilienbranche jedoch vor viel weitreichenderen Handlungsfeldern, die etwas in den Hintergrund der Aufmerksamkeit gerückt, jedoch zukünftig nicht aus den Augen zu verlieren sind, wie u.a. Energieeffizienz bei Immobilien. Es bedarf jetzt in dieser Zeit ein proaktives Voranschreiten und kluger Standortkonzepte, um der Verantwortung der Immobilienbranche auf österreichischer Ebene, aber auch darüber hinaus auf europäischer bzw. internationaler Ebene Rechnung zu tragen.


Eine Expertenmeinung von 

Samantha Riepl 

Samantha Riepl, MA
CEO SR Samantha Riepl Immobilienberatungs, -entwicklungs und -verwertungs GmbH und exklusiver Kooperationspartner von RegioPlan Consulting

 

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